Pflegekonzepte

Demenz

Aufgrund des demographischen Wandels und der Krankheitsentwicklung wird die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen im Landkreis Biberach von ca. 2.200 heute, auf bis zu 3.300 Menschen im Jahr 2020 ansteigen. Diese Zunahme hat massive Auswirkungen auch für die Sana Kliniken.

Hier geht es darum Konzepte und Möglichkeiten zu schaffen, dass Menschen mit demenziellen Erkrankungen eine besondere Achtsamkeit und Pflege erfahren. Ziel der Pflege ist es, eine Kultur der Wertschätzung auch den Menschen mit einer anderen, häufig gegensätzlichen Wahrnehmung entgegen zu bringen und diese professionell zu entwickeln.

Validation

Viele Mitarbeiter aus allen Sana Kliniken nahmen an intensiven Schulungen zum Thema Validation teil und lernten wertvolle Methoden für die Praxis. Die Validation ist die Technik einer speziellen Kommunikation um dementen Menschen Würde und Glücksmomente zugeben. Validation verändert die Lebenseinstellung. Man erlernt kritische Situationen die durch eine Demenz hervorgerufen wurden, im wertschätzenden Gespräch zu gestalten und erreicht dadurch mehr Zufriedenheit beim Kranken aber auch bei sich selbst und den Angehörigen.

Demenz-Lotsen

Für Menschen mit Demenz stellen Krankenhausaufenthalte oftmals eine besonders große Herausforderung dar. Denn sie verlassen ihre vertraute Umgebung, kommen mit fremden Menschen in Berührung und werden mit ungewohnten Tages­abläufen konfrontiert. Der Krankenhausaufenthalt, bedingt durch die fremde Umgebung, das Fehlen von Bezugspersonen oder die allgemeine Reizüberflutung, kann sich für Menschen mit Demenz so zu einer Krisensituation entwickeln. Zunehmende Desorientierung, Unruhe, Aggressionen oder Angst sind die Folge, was beispielsweise dazu führt, dass das Essen und die Einnahme von Medikamenten abgelehnt oder medizinische Untersuchungen gar verweigert werden. Diese Situationen stellen für Angehörige sowie Pflegekräfte und Ärzte gleichermaßen eine Ausnahmesituation dar.

Wir haben darauf reagiert und unsere Gesundheits- und Krankenpfleger speziell im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult. Diese „Demenz-Lotsen+“ fungieren gleichzeitig als Multiplikatoren auf den Stationen, sensibilisieren die Kolleginnen und Kollegen auf die besonderen Anforderungen und erleichtern und verbessern so den Beziehungsaufbau zwischen Patienten und Pflegepersonal . Es ist uns dabei besonders wichtig, den Betroffenen Sicherheit zu vermitteln. So kann die Durchführung notwendiger Pflegemaßnahmen – unter Einbeziehung der Angehörigen – letztendlich harmonischer erfolgen.

Informationen sammeln

Aktuelle Informationen von Angehörigen, betreuenden Pflegediensten und Pflegeheimen sind für die Pflege im Krankenhaus von sehr großer Wichtigkeit. Sie sind Grundlage der Pflegedokumentation, auf die alle am Behandlungsprozess Beteiligten zurückgreifen. Der neue Informationsbogen der Alzheimergesellschaft bietet hierzu eine wertvolle Ergänzung. Ein möglicher Klinikaufenthalt des dementiell erkrankten Menschen kann damit schon im Vorfeld zu Hause durch Angehörige vorbereitet und unterstützt werden.

Die Pflegekräfte der Sana Kliniken bieten mit einer Checkliste zum Klinikaufenthalt weitere Hilfestellungen für die Patienten und Angehörigen an. Darin bitten sie z. B. darum, vertraute Utensilien mit in die Klinik zu bringen und nicht etwa ein neues Nachthemd zu kaufen. Bekannte Wäsche, Bettdecke, Kissen, Bilder oder andere Gegenstände erleichtern dem Patienten die Eingewöhnung. „Wir machen uns als Kliniken im Landkreis Biberach fit, um Menschen mit einer Demenz aktiv zu unterstützen." positioniert sich die Betriebsleitung klar. „Der Mensch mit Demenz und seine Angehörigen sind uns wichtig - trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen."

Ehrenamtliche Unterstützung bekommen wir hierbei von allen Generationen. Schüler leisten freiwillige Dienste an den Wochenenden, freiwilligen Krankenhaushilfen engagieren sich in allen Sana Kliniken und Pflegeheimen und schenken unseren Patienten und Bewohnern Zeit und Zuwendung.

Letztendlich können wir nur gemeinsam die großen, vielfältigen Herausforderungen der Krankheit Demenz bewältigen. Hochachtung und jede mögliche Unterstützung müssen die pflegenden Angehörigen erhalten. Mit ihren Informationen und Erfahrungen können Therapeuten und Pflegekräfte in der Klinik erfolgreich und wertschätzend zum Wohle des Kranken gestaltet werden.