| Pflegedienstleitung | |
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Schmerztherapie
Schmerz kennt keine Grenzen. Weltweit ist Schmerz in Kliniken und Krankenhäusern ein weit verbreitetes und vielschichtiges Problem. Doch: Vielen Patienten könnten Schmerzen erspart bleiben, wenn die Erkenntnisse der modernen Schmerztherapie konsequent umgesetzt würden.
Im Rahmen der 3. Konsensuskonferenz in der Pflege wurde ein erster interdisziplinärer Entwurf entwickelt, der sich der Thematik stellt. Dieser "Expertenstandard Schmerzmanagement" wird in der Kreisklinik Biberach angewendet.
Warum ist Akutschmerztherapie so wichtig?
In welchen Abteilungen kommt der Akutschmerzdienst zum Einsatz?
Wie ist der Akutschmerzdienst organisiert?
Service oder Notwendigkeit?
Warum die Pflege?
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Besonderheiten in der Kreisklinik Biberach
Bereits 1987 hat das Zentrum für Anästhesiologie eine eigene Schmerzambulanz eingerichtet. Die Abteilung übernahm ihre Aufgaben im Laufe der Jahre auch außerhalb der Operationssäle.
Außerdem gibt es eine fachübergreifende Arbeitsgruppe Schmerzmanagement. Aus dieser Arbeitsgruppe entwickeln sich Standards, die sich an Leitlinien (AWMF, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) und an Expertenstandards orintieren.
Seit Juni 2009 gibt es die postoperative Akutschmerzvisite durch die Pflege (Pain Nurse)
Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen sind nicht nur unangenehm, sondern können den Erfolg einer Operation negativ beeinflussen. Daher ist es für uns wichtig, Patienten postoperativ eine wirksame Schmerzbehandlung anzubieten. Die von uns angewandten speziellen Schmerztherapieverfahren führen bei sachgerechter Anwendung zu einer exzellenten Schmerzlinderung und ermöglichen somit eine rasche Mobilisation. Dies ist ein wichtiger Beitrag für eine rasche Genesung. Darüber hinaus ermöglicht eine konsequent durchgeführte Akutschmerztherapie für Patienten auch die Durchführung moderner chirurgischer Behandlungskonzepte und kann der Entstehung chronischer postoperativer Schmerzen vorbeugen.
Der Akutschmerzdienst betreut in der postoperativen Phase auf den Stationen Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie und Gynäkologie alle Patienten, die im Rahmen der anästhesiologischen Betreuung mit einer PCA oder einem geeigneten Regionalanästhesieverfahren versorgt wurden. Hierbei kommen insbesondere sogenannte thorakale und lumbale Periduralkatheter zum Einsatz, bei denen Lokalanästhetika über einen Katheter in die Nähe des Rückenmarks platziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Bemühungen liegt derzeit auf dem Gebiet der kontinuierlichen peripheren Regionalanalgesie (Nervenblockaden an der oberen und unteren Extremität).
Der Akutschmerzdienst wird wochentags von der für Schmerztherapie zuständigen Fachkrankenschwester in Zusammenarbeit mit einem speziell für die Schmerztherapie qualifizierten Anästhesisten durchgeführt. Nachts sowie am Wochenende wird die Betreuung der Patienten durch die diensthabenden Anästhesisten fortgeführt.
Darüber hinaus sind alle Mitarbeiter auf den betroffenen Stationen durch den Akutschmerzdienst geschult worden und dadurch in die Lage, eine vernünftige schmerztherapeutische Betreuung sicher zu stellen. Eine regelmäßige Fortbildung des Stationspersonals ist Bestandteil der engen Zusammenarbeit mit dem Akutschmerzdienst. Bei Rückmeldungen zeigt sich eine hohe Patientenzufriedenheit, die nicht nur durch die effektive Kontrolle der postoperativen Schmerzen, sondern auch durch die engmaschige und intensive Betreuung durch das Personal zu erklären ist. Auch wird von den Stationsmitarbeitern ein positives Feedback abgeben, die in einen Ansprechpartner haben.
Fünf Pflegepersonen des Zentrums für Anästhesiologie besuchen die Patienten nach der Operation am Operationstag auf den Stationen, kontrollieren Lage der Schmerzkatheter befragen Patienten und Pflegepersonal, bewerten Schmerzprotokolle und handeln bei Bedarf.
Die Patienten sind oft überrascht von diesem besonderen Service und fühlen sich sicher und gut versorgt. Und ein zufriedener Patient kommt gerne wieder. Das Team der Kreisklinik hielt es für notwendig, den Patienten mit Schmerzen ernst zu nehmen und ein Schmerzmanagement zu organisieren. Denn weniger Schmerzen bedeuten weniger Komplikationen, schnellere Heilung und eine höhere Zufriedenheit als Gradmesser für die Pflegequalität.
Weil die Pflegenden für Schmerzmanagement qualifiziert sind. Die Qualifikation erfolgte im Rahmen der Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege zur Schmerzschwester (Pain Nurse). Dazu gehört auch langjährige Erfahrung. Von der Organisation her ist es auch naheliegend, dass die Pain Nurse, die den Patienten vor und während der OP im Blick hat, im Aufwachraum und weiter begleitet. |