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Erkrankt ein Mensch an Demenz, fordert dies
täglich neu Verständnis, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Fürsorge. Dies gilt
auch und besonders bei einem Aufenthalt in der fremden Umgebung eines
Krankenhauses.
Ein interdisziplinäres Team der Kliniken Landkreis
Biberach GmbH entwickelt seit 2009 ein Konzept, um neben der medizinisch-
pflegerischen Therapie in der Klinik dem speziellen Betreuungsbedarf eines
dementiell erkrankten Menschen gerecht zu werden. |
Demenz - die Bedeutung für die Kreiskliniken
Aufgrund des demographischen Wandels und der Krankheitsentwicklung wird die
Zahl der an Demenz erkrankten Menschen im Landkreis Biberach von ca. 2.200
heute, auf bis zu 3.300 Menschen im Jahr 2020 ansteigen. Diese Zunahme hat
massive Auswirkungen auch für die Kreiskliniken.
Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 10 % bis 12 % der Patienten im
Krankenhaus unter einer Demenz leiden und diese häufig mit ursächlich für
die Einweisung in die Klinik ist. Schwierig wird eine Versorgung in der
Klinik dann, wenn dementielle Veränderungen nicht ausreichend diagnostiziert
und therapeutisch berücksichtigt werden können.
Verwirrtheitszustände, Delir oder eine Verschlechterung des
Allgemeinzustandes sind häufig die Folge. Darüber hinaus ist eine Demenz im
weiteren Krankheitsverlauf mit Pflegebedürftigkeit verbunden. Dieser erhöhte
Versorgungsbedarf bedingt bei Aufnahme und Entlassung eine zusätzliche,
individuelle Planung. Eine beträchtliche Kostensteigerung ist hiermit
verbunden.
Ziel der Pflege ist es, eine Kultur der Wertschätzung auch den Menschen mit
einer anderen, häufig gegensätzlichen Wahrnehmung entgegen zu bringen und
diese professionell zu entwickeln.
Validation
Viele Mitarbeiter aus allen Kreiskliniken nahmen an intensiven Schulungen
zum Thema Validation teil und lernten wertvolle Methoden für die Praxis. Die
Validation ist die Technik einer speziellen Kommunikation um dementen
Menschen Würde und Glücksmomente zugeben. Validation verändert die
Lebenseinstellung. Man erlernt kritische Situationen die durch eine Demenz
hervorgerufen wurden, im wertschätzenden Gespräch zu gestalten und erreicht
dadurch mehr Zufriedenheit beim Kranken aber auch bei sich selber und den
Angehörigen.
Informationen sammeln
Aktuelle Informationen von Angehörigen, betreuenden Pflegediensten und
Pflegeheimen sind für die Pflege im Krankenhaus von sehr großer Wichtigkeit.
Sie sind Grundlage der Pflegedokumentation, auf die alle am
Behandlungsprozess Beteiligten zurückgreifen. Der neue Informationsbogen der
Alzheimergesellschaft bietet hierzu eine wertvolle Ergänzung. Ein möglicher
Klinikaufenthalt des dementiell erkrankten Menschen kann damit schon im
Vorfeld zu Hause durch Angehörige vorbereitet und unterstützt werden.
Die Pflegekräfte der Kreiskliniken bieten mit einer Checkliste zum
Klinikaufenthalt weitere Hilfestellungen für die Patienten und Angehörigen
an. Darin bitten sie z. B. darum, vertraute Utensilien mit in die Klinik zu
bringen und nicht etwa ein neues Nachthemd zu kaufen. Bekannte Wäsche,
Bettdecke, Kissen, Bilder oder andere Gegenstände erleichtern dem Patienten
die Eingewöhnung. „Wir machen uns als Kliniken im Landkreis Biberach fit, um
Menschen mit einer Demenz aktiv zu unterstützen." positioniert sich die
Betriebsleitung klar. „Der Mensch mit Demenz und seine Angehörigen sind uns
wichtig - trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen."
Ehrenamtliche Unterstützung bekommen wir hierbei von allen Generationen.
Schüler leisten freiwillige Dienste an den Wochenenden, freiwilligen
Krankenhaushilfen engagieren sich in allen Kreiskliniken und
Kreispflegeheimen und schenken unseren Patienten und Bewohnern Zeit und
Zuwendung.
Letztendlich können wir nur gemeinsam die großen, vielfältigen
Herausforderungen der Krankheit Demenz bewältigen. Hochachtung und jede
mögliche Unterstützung müssen die pflegenden Angehörigen erhalten. Mit ihren
Informationen und Erfahrungen können Therapeuten und Pflegekräfte in der
Klinik erfolgreich und wertschätzend zum Wohle des Kranken gestaltet werden. |
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