Klinik FÜR CHIRURGIE RIEDLINGEN

Minimalinvasive Chirurgie an Bauchwand und Leiste

Was ist ein Leistenbruch?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer ist betroffen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Behandlungstechniken

gibt es?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist neu?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Vorteile gibt es?

Ein Bruch, medizinisch Hernie genannt, ist eine Ausstülpung des Bauchfells durch eine Lücke in der Bauchwand. Bei einem Leistenbruch erscheint in der Leiste meist eine Vorwölbung, die häufig schmerzfrei und selten schmerzhaft ist, sich zurückdrücken lässt und die im Liegen verschwindet. Die Bauchwand besteht aus mehreren Schichten von Faszien – bindegewebige Hüllen von Muskeln und Muskelgruppen – und hat vorgeformte Lücken. Im Leistenkanal etwa, der die Bauchwand schräg durchbricht, verlaufen bei Frauen das runde Mutterband, bei Männern der Samenstranggebilde. An dieser Durchtrittsstelle entstehen besonders häufig Brüche.

 

Jährlich werden in Deutschland über 200 000 Leistenbruchoperationen durchgeführt. In der Klinik für Chirurgie Riedlingen werden jährlich etwa 150 Leistenbrüche operativ behandelt. Seit 1997 sind weit über 1200 Patienten nach einer neuen Methode operiert worden, mit der das Haus über die Kreisgrenzen hinaus bekannt wurde.

 

Bei Männern treten Leistenbrüche etwa 10-mal häufiger auf als bei Frauen. Dies ist anatomisch bedingt: Während der Embryonalentwicklung des Mannes wandert der Hoden, der zunächst in der Bauchhöhle liegt, durch die vordere Bauchwand in den Hodensack. Er zieht dabei seine Gefäße – Samenleiter, Nerven, Muskel (Samenstranggebilde) – hinter sich her. Der Samenstrang durchzieht schräg die Bauchdecke und die Faszien. Bauchmuskeln und Faszien bilden zusammen den Leistenkanal. Im Lauf des Lebens kann sich der Leistenkanal erweitern und so zu einer Schwachstelle in der Bauchwanddecke werden.

 

Die beiden herkömmlichen Verfahren sind die Technik nach Shouldice ohne Netzeinlage und das Verfahren nach Lichtenstein mit Netzimplantation. Bei diesen beiden konventionellen Techniken macht der Chirurg in der Leiste einen etwa 10 cm langen Schnitt. Da die Bruchpforte in der tiefsten Bauchwandschicht liegt, muss die äußere Bauchwand durchtrennt und später wieder vernäht werden. Damit die größere Narbe gut heilt und um einen erneuten Bruch zu verhindern, muss sich der Patient nach der Operation zwei bis drei Monate lang bei der Shouldice Technik und 2-3 Wochen nach der Lichtenstein Technik körperlich schonen. Das Risiko für einen erneuten Bruch liegt hier bei 1-10 Prozent.

 

Die neue und bereits seit 1997 in der Chirurgischen Klinik Riedlingen praktizierte Methode ist die Laparoskopische Hernioplastik mit Netzimplantation mit den so genannten Spiegelgeräten. Bei der laparoskopischen Methode führt der Operateur die Instrumente durch zwei Schnitte, die nur 5-10 Millimeter lang sind, links und rechts vom Bauchnabel ein. Außerdem wird eine Miniaturkamera durch den Bauchnabel in den Unterbauch geschoben, so dass die Ärzte den Eingriff auf einem Monitor verfolgen können.

 

Bei dieser auch TAPP-Technik (TAPP = Trans-Abdominale-Patch-Plastik) genannten Methode platziert der Chirurg laparoskopisch ein 10 x 15 cm großes Kunststoffnetz zwischen Bauchfell und Bauchwand und deckt dabei alle vorhandenen Bruchpforten (indirekte, direkte Bruchlücke und Schenkellücke) der Leiste ab. Das Netz wird mit winzigen Titanclips an der Bauchwandinnenseite befestigt oder neuerdings nur mehr mit einem Fibrinkleber fixiert.

 

Vorteil der Methode ist, dass die Reparatur völlig spannungsfrei erfolgt. Der Patient hat dadurch nahezu keine Schmerzen und ist körperlich viel schneller wieder belastbar. Nur noch acht bis zehn Tage muss er sich durchschnittlich schonen. Das Risiko für einen erneuten Bruch ist deutlich niedriger (im eigenen Krankengut weniger als ein Prozent).

 

Nach ihrer Leistenbruchoperation bei ihrem Vater Dr. med. Dietmar M. Huss saß Mareike schon nach drei Tagen wieder auf ihrem Pony Jim Knopf und ritt, als wäre nicht gewesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So sieht ein Leistenbruch bei einer Bauchspiegelung aus und kann auch gleich versorgt werden.

 

Ein Kunstoffnetz liegt in der Leistenregion ein und ist mit Fibrinkleber befestigt.

 

Nach Verschluss des Bauchfells kann man in der Bauchhöhle die Nahtreihe erkennen.