Klinik FÜR CHIRURGIE RIEDLINGEN



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Vorsorge
 

Krampfadern

20% der Deutschen leiden bereits an Krampfadern, 2% an Unterschenkelgeschwüren oder offenen Beinen.

Wie funktioniert das Venensystem?
Das oberflächliche Venensystem in den Beinen, transportiert zwar nur zehn Prozent des Blutes von den Beinen zum Herzen zurück, doch kann es zu massiven Störungen in der Blutzirkulation kommen, wenn Venenklappen in diesem Bereich nicht mehr richtig schließen. Das Blut fließt dann nicht mehr zum Herzen zurück, sondern verbleibt in den Beinen. Es kann damit zu einer Rezirkulation kommen, und das Blut kreist dann lediglich in den Beinen. Unterschieden werden vier verschiedene Krankheitsbilder: Stamm-, Seitenast-, Perforans- und Besenreiservarikosis, wobei letztere nur einer kosmetischen Behandlung bedürfen.


Die Ursache für das Krampfaderleiden ist in der Regel eine ererbte Bindegewebsschwäche, wovon laut statistischen Untersuchungen jeder zweite bzw. dritte Europäer im Alter zwischen 25 und 74 Jahren betroffen ist.


Wenn die Tage wärmer werden, verstärken sich die Beschwerden durch Venenleiden: Die Beine schwellen an und werden schwer. Nachts können Wadenkrämpfe auftreten, Krampfadern werden deutlich stärker sichtbar. Bei über achtstündigen Flugreisen entwickeln bis zu 10 % der Passagiere Thrombosen in den Unterschenkelvenen. Besonders gefährdet sind Frauen, die die Pille nehmen, und Menschen mit Übergewicht, Krampfadern oder Gerinnungsstörungen. Auch wer bereits Thrombosen bzw. Lungenembolien überstanden hat, gehört zur Risikogruppe. Vorbeugend sollte man ein bereits vorhandenes Venenleiden diagnostizieren und behandeln, ausreichend trinken (keinen Alkohol) und Bewegungsübungen machen.
 

Erstes Warnzeichen einer beginnenden Venenerkrankung sind oft so genannte Besenreiser, die bei mindestens 60% der Bevölkerung vorkommen. Verschlimmert sich das Leiden, bilden sich Krampfadern, die mit Schmerzen, Schwellungen und Krämpfen einhergehen, im Endstadium kommt es zu Unterschenkelgeschwüren oder offenen Beinen. Außerdem drohen lebensgefährliche Thrombosen: Eine tiefe Beinvenenthrombose, die zur Lungenembolie führen kann, tritt pro Jahr bei bis zu 160 von 100.000 Einwohner auf. Insgesamt sind Venenerkrankungen so häufig, dass es wohl kaum jemanden in Deutschland gibt, der nicht entweder selber betroffen ist oder einen Betroffenen in der Familie hat.


Beschwerden treten manchmal gar keine auf, bei den meisten Betroffenen machen sich Venenprobleme jedoch bemerkbar durch Beinschwellungen, schwere Beine, eine Entzündungsneigung der Venen, die überdies sehr schmerzhaft sein kann oder starkes Bluten bei Verletzungen der äußeren Venen. Im Endstadium des Krampfaderleidens können Venenerkrankungen zum sehr ernsten und schwer heilbaren Leiden der offenen Beinen führen.


Auch in diesem Bereich kann heute häufig endoskopisch und minimalinvasiv vorgegangen werden, Komplikationen sind gering und die Erfolgsaussichten gut. Allerdings neigt der menschliche Körper zur Neubildung von Venen, sodass Betroffene oft nach Jahren noch einmal operiert werden müssen.


Vorbeugend kann ein Betroffener wenig tun, da die Gewebeschwäche überwiegend angeboren ist, aber er kann versuchen, viel zu laufen und zu liegen und möglichst wenig zu stehen und zu sitzen. Als konservative Methode ist nach wie vor eine Kompressionstherapie effektiv, wobei das Tragen von Stützstrümpfen (diese müssen tagsüber ständig getragen werden) vor allem im Sommer lästig sein kann.