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Muttermilch
Bonding
Rooming-in
Das erste Anlegen
Das richtige Anlegen
Die drei wichtigsten Stillpositionen
Milcheinschuss
Stillmahlzeit
Ist mein Kind
optimal ernährt?
Still–Temperamente
Wie schläft mein
Kind richtig?
Ihre Ernährung in
der Stillzeit
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Die Nahrung, die Ihnen die Natur zur
Verfügung stellt, hat viele Vorteile. Sie können sich in aller Ruhe auf Ihr
Kind konzentrieren und geben Ihrem Baby Nähe und Geborgenheit.
Stillen
· fördert die Mutter-Kind-Beziehung
· fördert die gesunde Entwicklung des Kiefers und
der Zahnstellung
· fördert die Rückbildung der Gebärmutter
· unterstützt das Bonding und macht Sie und Ihr Kind gelassener
Muttermilch
· ist perfekt auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt
· ist immer vorhanden und hat die ideale Temperatur
· verhindert eine Überfütterung
Bonding heißt Bindung, sich aufeinander einlassen, sich verlieben oder das
erste Band knüpfen. Unmittelbar nach der Geburt sollten Sie Ihr Kind nackt
auf die Brust legen, denn der direkte Hautkontakt gibt Ihrem Kind
Geborgenheit und Wärme. Es fördert gleichzeitig die Milchbildung. Nach einem
Kaiserschnitt haben die Väter die Möglichkeit Ihr Kind nackt auf die Brust
zu legen.
Selbstverständlich können Sie Ihr Kind rund um die Uhr bei sich im Zimmer
behalten. Das Rooming-in bietet Ihrem Kind Nähe und erleichtert das Stillen.
· Sie erlernen schneller einen sicheren Umgang mit Ihrem Kind
· Die Häufigkeit des Stillens ist höher und Sie können nach
Bedarf stillen
· Durch die Nähe zu Ihnen wird das Bonding gefördert.
Dadurch ist Ihr Kind ruhiger und weint weniger
· Sie kommen zu mehr Schlaf
In den ersten zwei Lebensstunden ist die Saugbereitschaft am größten. Wenn
Sie und Ihr Kind dazu bereit sind, unterstützen wir Sie gerne beim ersten
Anlegen. Bei diesem frühen Anlegen erhält Ihr Kind bereits Vormilch (Kolostrum).
Kolostrum enthält besonders wertvolle Immunstoffe und Vitamine. Dieses erste
Anlegen ist wichtig um miteinander vertraut zu werden.
Legen Sie sich zu Ihrem ersten Stillversuch entspannt hin und halten Sie das
Baby auch in einer entspannten Lage.
Bequeme Position
Ihr Kind soll die Brust erreichen können, ohne den Kopf zu drehen. Das
Gesicht des Kindes ist der Brust zugewandt. Mutter und Kind liegen „Bauch an
Bauch“. Im Sitzen sollte der Rücken zum Beispiel mit einem Stillkissen gut
abgestützt sein, so dass Sie sich nicht über Ihr Kind beugen oder sich zu
weit zurücklehnen müssen.
Anlegen des Kindes
Führen Sie Ihr Kind zur Brust und nicht anders herum. Ihr Kind muss den Mund
weit öffnen um die Brustwarze mit viel Warzenhof zu fassen. Die Lippen Ihres
Kindes, vor allem die untere sollte nach außen gestülpt sein. Haben Sie das
Bedürfnis Ihr Kind mit der Hand unterstützend die Brust zu reichen, so
empfiehlt sich der C- Griff. Drei oder vier Finger halten die Brust
unterhalb der Brustwarze, der Daumen liegt oberhalb.
Stillen im Liegen
In der Seitenlage liegen Sie und Ihr Kind Bauch an Bauch. Ihr Kopf liegt auf
einem Kissen. Den Rücken Ihres Kindes können Sie mit einer Decke oder einem
Kissen abstützen.
Besonders empfiehlt sich diese Position
· zur Beckenboden- und Dammschonung
· in der Anfangszeit
· nachts
Wiegegriff
Sie nehmen eine bequeme sitzende Haltung ein. Ein Stillkissen, eine Decke
oder ein Kissen liegt auf Ihrem Schoss um Ihrem Kind die richtige Höhe zur
Brustwarze zu bieten. Der Kopf des Kindes liegt in Ihrer Ellenbeuge und der
Unterarm unterstützt den kindlichen Rücken.
Fußballhaltung / Rückenhaltegriff
Die Fußballhaltung ähnelt dem Wiegegriff. Der Bauch Ihres Kindes ist Ihrer
Hüfte zugewandt. Der Rücken ruht auf Ihrem Unterarm. Ihre Hand kann den Kopf
Ihres Kindes unterstützen. Als Hilfsmittel verwenden Sie auch hier wieder
Stillkissen, Decken, Kissen und wenn möglich einen Fußschemel.
Besonders empfiehlt sich diese Position
· bei großen Brüsten
· bei flachen Brustwarzen
· bei Saugproblemen
· nach einem Kaiserschnitt
· bei einem schläfrigen Kind
Bereits vor dem Milcheinschuss haben Sie Milch, die so genannte Vormilch (Kolostrum).
Wichtig hierbei sind das Stillen nach Bedarf und das richtige Anlegen. Die
Milch schießt zwischen dem 3. und 4. Tag ein. Das kann bei manchen Frauen
verzögert sein, zum Beispiel nach einem Kaiserschnitt, bei seltenem Anlegen
und bei Stress und Verspannung. Es können charakteristische Erscheinungen
auftreten:
· Spannungsgefühl in der Brust
· leichte Empfindlichkeit
· die Brust überwärmt sich
· die Brust wird größer
Diese können abgemildert werden durch ein frühes konsequentes und häufiges
Stillen von Geburt an.
Legen Sie Ihr Kind nach Bedarf an. Hungerzeichen zeigen Ihnen wann Ihr Kind
gestillt werden möchte.Am Anfang der Stillzeit ist es normal, dass Ihr Kind
8 bis 12 mal in 24 Stunden an der Brust trinken möchte. Im Durchschnitt
trinkt Ihr Kind pro Stillmahlzeit 15 bis 20 Minuten an jeder Brust. Einige
Kinder trinken länger, andere sind bereits nach einer Brust satt. Manche
Kinder trinken über einen Zeitraum von 2 bis 6 Stunden stündlich und
schlafen dann für einen längeren Zeitabschnitt. Andere Babys trinken Tag und
Nacht alle 2 bis 3 Stunden. Im Laufe der nächsten Wochen entwickelt sich
langsam ein Stillrhythmus. Hungerzeichen sind
· Sauggeräusche
· Bewegung der Hand zum Mund
· Schlecken an der Lippe
· Zunge herausstrecken
· Hin- und herdrehen des Kopfes
· Weinen ist ein spätes Hungerzeichen
· Legen Sie Ihr Kind an, wenn Sie die Hungerzeichen erkennen.
So können Sie feststellen ob Ihr Kind optimal ernährt ist:
· Nach zehn Tagen sollte das Geburtsgewicht wieder
erreicht werden
· In den ersten drei Monaten ist eine Gewichtszunahme von
20-35 Gramm pro Tag zu erwarten
· Ihr Kind ist munter und aktiv
· Die Haut ist straff und die Augen glänzen
Wenn diese Kriterien zutreffen, sollte Ihr Kind mehrere nasse Windeln am Tag
haben. Farbe, Konsistenz und Häufigkeit des Stuhlgangs können variieren.
„Die Gierigen“
Kräftige Kinder, die die Brust schnell erfassen und gierig trinken. Sie
brauchen 10 bis 20 Minuten für Ihre gesamte Stillmahlzeit.
„Die Hektiker“
Kinder, die beim Anlegen aufgeregt sind und die Brust zwar fassen, aber
gleich wieder verlieren und dann zu schreien beginnen. Diese Kinder sollten
erst beruhigt werden, bis sie angelegt werden können.
„Die Zauderer“
Kinder, die in den ersten Tagen wenig Interesse an der Brust oder am Saugen
zeigen. Nach dem Milcheinschuss beginnen sie jedoch gut zu trinken. Drängen
hilft nicht. Gelingt es, die Zeit für das Anlegen als Kennenlern– und
Schmusezeit zu sehen, finden Mutter und Kind leichter zueinander.
„Die Verspielten“
Kinder, die vor dem Trinken etwas mit der Brustwarze spielen, saugen,
probieren, wieder loslassen und dann erst zu trinken beginnen. Danach trinkt
Ihr Kind gut und sollte in der Anfangsphase nicht gedrängt werden.
„Die Genießer“
Kinder, die ein bisschen trinken, sich ausruhen und wieder trinken. Diese
brauchen durch ihre Pausen sehr lange und lassen sich auch nicht drängen.
Ihr Kind profitiert von sauberer Luft. Deshalb sollten sie rauchfrei
aufwachsen können, schon in der Schwangerschaft. Am besten schläft Ihr Kind
im Schlafzimmer der Eltern, Sie können schnell auf die Bedürfnisse eingehen.
Babys brauchen unmittelbare Antwort auf ihre Bedürfnisse.
Am besten schläft Ihr Kind in Rückenlage und auf einer festen Unterlage.
Auch ein Schlafsack statt einer Bettdecke ist günstiger. Um eine gute
Luftzirkulation zu gewährleisten,
sollte Ihr Kind ohne Kopfkissen, lose Windeln oder ähnlichem im Kopfbereich
schlafen. Die Bauchlage empfiehlt sich in der Wachphase und unter Ihrer
Aufsicht. So kann die Muskulatur gestärkt werden und bekommt Unterstützung,
wenn die Bauchlage zu anstrengend wird.
Ihr Kind mag es nicht zu heiß. Es kann zuviel Wärme noch nicht über Schweiß
abgeben. Fühlt sich die Haut zwischen den Schulterblättern warm an, dann ist
die Temperatur richtig. Die optimale Raumtemperatur beträgt 18 bis 20 Grad.
In der Stillzeit ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung wichtig. Der
tägliche Verbrauch ist während der Stillzeit ca. 500 kcal. höher als sonst.
Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und trinken Sie nach
Durst. Sie werden merken, dass Sie besonders durstig sind, also sparen Sie
nicht an Flüssigkeit. Wenn Sie sich mit Ihrem Kind zum Stillen hinsetzen,
nehmen Sie sich etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen mit. Sie
brauchen keine Speise zu meiden, außer Sie reagieren allergisch.
Empfohlene Nahrungsmittel
· Eiweiß in Form von Milch und Milchprodukten, Fisch,
Eiern, Fleisch, Nüssen und Hülsenfrüchten
· Vitamine und Mineralstoffe (Gemüse und Obst)
· Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Getreide)
· Fett in hochwertiger Form wie in kalt gepressten Ölen
· Viel Flüssigkeit: am besten Mineralwasser, Kräutertees,
stark verdünnte Fruchtsäfte
Alkohol
sollten Sie vermeiden oder nur in ganz geringen Mengen zu sich nehmen, z. B.
ein Gläschen Sekt. Eine höhere Aufnahme kann den Milchspendereflex behindern
und Ihrem Kind schaden, denn Alkohol geht in die Muttermilch über.
Zigaretten
Wir raten Ihnen, auf das Rauchen zu verzichten. Nicht nur, weil es die
Milchmenge verringern kann, sondern auch wegen der gefährlichen Auswirkungen
auf Sie und Ihr Kind.
Koffein
Wir raten Ihnen davon ab, große Mengen an Kaffee oder anderen
koffeinhaltigen Getränken zu konsumieren. Dazu gehören auch entkoffeinierter
Kaffee und Nahrungsmittel, die Koffein enthalten. |
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falsch
richtig

Im Liegen
(Bild mit freundlicher Genehmigung von medela)

Wiegegriff
(Bild mit freundlicher Genehmigung von medela)

Fußballhaltung
(Bild mit freundlicher Genehmigung von medela)

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